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Die RvR-Wirkungskette
Logistik ist ein kaltes, in unserer heutigen Warenwelt omnipräsentes Wort. Hier gehen bei RvR stattdessen Menschen und Produkte Hand in Hand. Dass unsere Qualitätskriterien nicht nur hinsichtlich der vermittelten Produkte gelten, sondern für unser ganzes Tun, versteht sich. Bestellungen werden von Silvia Camenzind und Ruth Betschart entgegen-genommen und bearbeitet – sie kennen unseren Kundenkreis, erkennen Ungereimtheiten und sorgen für reibungslosen Ablauf in allen Belangen.

In unserem Warenlager rüsten sie mit mir, Reinhard Schuster persönlich, die Bestellungen für den Versand. Wir kennen jedes Produkt in seinen Entstehungsbedingungen und seiner Verfügbarkeit aus dem Effeff. Unsere Sendungen sind also robotik-frei im eigenen Haus von Menschen gepackt, und es freut uns stets, wenn wir hören, dass das Öffnen unserer Boxen freudige Gefühle auslöst. Nach gewiss über zweihunderttausend gerüsteten Paketen in den 23 Jahren meines RvR-Wirken, erlaube ich mir zu sagen: «Man sieht es dem geöffneten Paket an, wie es in einer Firma zu und her geht».

Fair-Trade
Wird ein berufener Erzeuger korrekt bezahlt und sind zwischen ihn und die Endverbraucher nicht unsinnig viele Zwischenhandels-Instanzen geschaltet, braucht es keine Subventionen, kein unterstützendes Hilfswerk, keine Zertifizierungsbürokratie. Von dieser profitieren vor allem Grossfirmen, Vermittler, Marketingagenturen, Behörden und die Zertifizierungs-institute selbst. Konsumentinnen und Konsumenten, die diesen Kreislauf nicht kritisch hinterfragen und durchschauen, werden oft mit ihren gut gemeinten Kauf unbewusst zu Förderer einer parasitären Kostenspirale.

Ohne dass wir dies in jedem Fall an die grosse Glocke hängen, gehört partnerschaftliches Handeln zur RvR-DNA. Wenn nötig finanzieren wir im Voraus oder leisten sofortige Zahlung bei Abholung. Wir entrichten den vom Erzeuger selbst geforderten Preis und regen Spezial-
produktionen an, um verschwindende Macharten und Traditionen zu bewahren und unserer Kundschaft zugänglich zu machen. Wir erhalten seltene Produkte am Leben oder lassen sie wieder in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit (Qualität) erstehen.

Wir besuchen unsere Produzenten nicht aus PR-Gründen, um rührende Homestories zu produzieren, sondern weil wir wissen wollen, wo, wie und wann ein Lebensmittel wächst, wie daraus das Endprodukt entsteht, welche Arbeitsvorgänge dafür nötig sind, wer die Arbeiten ausführt. Und weil wir jene Menschen wiedersehen wollen, deren Produkte wir schätzen. Unsere Erzeuger sind unsere Verbündeten, mit etlichen verbinden uns langjährige Freundschaften. Die Nähe zu ihrem Schaffen ermöglicht es uns, kompetent über unsere Produkte Auskunft zu geben. Unsere Eindrücke vor Ort vermitteln wir in Versandprospekten und auf der Website.

Wer aus eigener Überzeugung partnerschaftlich agiert, übernimmt Verantwortung und braucht sie an kein externes Label zu delegieren.

«Bio» / «Naturnah» / «Ur-Anbau»
Anbau-Labels sind vor allem in einem Massenmarkt von Nutzen, wo die Herkünfte und Produktionswege undurchschaubar sind. Hier helfen die zertifizierenden Instanzen dem Endverbraucher, die Spreu vom Weizen zu trennen. Für einen Kleinbetrieb dagegen, der sämtliche Erzeuger persönlich und aus der konkreten Anschauung kennt, baut die Zertifizierungsbranche unnötige Hürden auf.

Unser Firmensiegel RvR steht für die Wahl biologisch angebauter oder aus Wildsammlung stammender Ernten, die händisch gepflückt und verarbeitet sind. Eine Bio-Zertifizierung macht hier keinen Sinn. Sie schafft Systemzwänge, Zusatzbürokratie, hohe Nebenkosten, ist fehlerbehaftet und sagt wenig über die Geschmacksgüte, die Reife oder Anbau- und Gewinnungsbedingungen aus. Viele Produkte mit Bio-Label erfüllen die RvR-Qualitäts-kriterien nicht.

Biologischer Anbau erlaubt den Einsatz von als biologisch eingestuften Agrarprodukten. RvR hingegen sucht Erzeuger, die dank Berufung und Leidenschaft Label-Kriterien weit übertreffen, wie z.B. hinsichtlich Bewahrung der Bodenfruchtbarkeit durch Respektierung der Naturzyklen, sorgfältiger Bodenbearbeitung, Verwertung von Nebenpflanzen zur Bodennahrung und weiterer landschaftspflegerischer Aktivitäten. In unseren Schriften finden sich daher die zutreffenderen Begriffe «naturnah» oder «Ur-Anbau». Obwohl diese nicht rechtlich geschützt sind, haben sie in unserer Wirkungskette Aussagewert.

Konservierungsstoffe
Beigaben zur Haltbarmachung nützen meist der Lebensmittelindustrie mehr als den Endverbrauchern. Zwar erhöhen sie die Lebensdauer von Produkten, vordringlich aber sollen sie in einem Massenmarkt logistische Vorteile bei der Verfügbarkeit bewirken. Auch unsauberes Arbeiten kann mit synthetischen Zusätzen verschleiert werden. Daher verzichtet RvR in allen seinen Angeboten auf die Beigabe künstlicher Lebensmittelzusätze.

Bei den natürlichen Beigaben zur Haltbarmachung setzen wir nur auf geschmacksbildende oder -konturierende Stoffe. Einige der RvR-Produkte sind daher für den raschen Verzehr bestimmt. Diese werden von uns stets als solche gekennzeichnet und vermittelt. Hier kommt der kurze Vertriebsweg zum Tragen: Dank der Abwesenheit von Zwischenhandel ist auch wirklich frisch produziert, was wir als solches deklarieren.

Bildmaterial
Die bildlichen Eindrücke entstammen eigenen Aufnahmen. Wir engagieren keine Fachleute, die unsere Produkte ins beste Licht rücken und dabei Bearbeitungen vornehmen. Unsere Kundschaft erwirbt reelle Produkte statt farbig ausgeschmückte Illusionen. Wir wollen die reale Welt ablichten, unsere Produkte, wie sie gewachsen sind in ihrer natürlichen Varianz. So wie am Lindenbaum jede Blüte anders ist – und doch mit allen anderen das begeisternde Ebenmass eines Baumes in Blüte ergeben.

RvR-Sprache
Was für unsere bildlichen Präsentation gilt, gilt auch für die sprachliche. Unser Ziel ist es, das durch Werbung und Marketing ermattete Auge zu erfrischen durch eine Sprache, die Dinge benennt, statt Superlative der Anpreisung zu forcieren. Was bei den Erzeugern gefragt ist, ist auch gefragt beim Vorstellen ihrer Produkte: Genauigkeit und Sachkenntnis.

Darum bemühen wir uns – allerdings wollen wir da, wo sie aufkommt, unsere Begeisterung für herausragend Gelungenes nicht verhehlen. Allerdings ist auch hier für unsere Kunden das Wie und das Warum entscheidend, um ihre eigenen Eindrücke zu definieren. Also versuchen wir die Beschaffenheit unserer Produkte und die Kontexte, die Gegenden und die Haltungen, aus denen sie entstanden sind, darzustellen, möglichst sachlich, möglichst präzise. Unsere Texte sollen also nicht mit hohlen Phrasen, sondern mit pointierten Berichten und Beschreibungen aufwarten.

Keine Kartenzahlung
Wir bleiben bei der altbewährten Banküberweisung – überschaubare Einfachheit statt undurchsichtige Kooperation mit weltweiten Finanzkonzernen, die vielerlei Sicherheits-lücken bietet. RvR möchte eine Quelle weniger sein, die Hackern eine attraktive Angriffsmöglichkeit gibt, und wir möchten die Abhängigkeit von globalen Dienstleistern reduzieren – nicht nur für uns, auch für unsere Kunden. Ausserdem wollen wir die Zusatzkosten der Kartenanbieter nicht, wie es die übliche Praxis ist, versteckt auf die Kundschaft abwälzen.

Resourcenschonung
Um zur Ressource Papier Sorge zu tragen, versenden wir briefliche Angebote nur im Herbst und Winter - September, November, Januar und März. Von Mai bis Ende August erinnern wir nur mit dem elektronischen Newsletter an neue Ankünfte, weil es sich um Monate mit starker Ferienabwesenheit von brieflichen Empfängern handelt.

 
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